Eckdaten
| Kriterium | Regelung (2026) |
|---|---|
| Steuer für Kleinstunternehmen | 1% des Umsatzes |
| Obergrenze | €100,000 Umsatz (zuvor €250,000; die 3%-Stufe wurde abgeschafft) |
| Beschäftigungsvoraussetzung | Mindestens ein Arbeitnehmer |
| Ausgeschlossene Tätigkeiten | Banken, Versicherungen, Kapitalmärkte, Glücksspiel, Öl & Gas |
| Oberhalb der Obergrenze | 16% Gewinnsteuer ab diesem Quartal |
| Dividendensteuer | 16% (für 2026 von 10% angehoben) |
Die Rechnung
Umsatzbasierte Steuern belohnen hohe Margen. Nehmen wir ein Ein-Personen-Beratungsunternehmen mit einem Umsatz von €100,000 und €40,000 an Kosten: Die Kleinstunternehmersteuer beträgt €1,000, während die regulären 16% auf €60,000 Gewinn €9,600 betragen würden. Rechnet man die 16% Dividendensteuer auf den verbleibenden Betrag hinzu, behält der Eigentümer rund €49,600 der €60,000 — eine Gesamtbelastung von fast 17.5%. Bei demselben Unternehmen unter der litauischen Regelung für Kleinunternehmen (7% + 15%) verbleiben netto etwa €47,400; unter dem deutschen Standardsystem eher um die €31,000.[1]
Die Kehrseite: Das 1% ist unabhängig von einem Gewinn fällig. Ein margenschwaches oder verlustmachendes Unternehmen zahlt die Steuer auf jede Rechnung. Deshalb eignet sich diese Regelung für Dienstleister und benachteiligt Handelsunternehmen mit geringen Margen.
Vergleichbare Regelungen in Europa
- Italien — forfettario: eine Pauschalregelung bis zu €85,000 Umsatz, besteuert mit 15% (5% in den ersten fünf Jahren) auf einer Pauschalkostenbasis, umsatzsteuerbefreit.
- Lettland — Kleinstunternehmersteuer: 25% des Umsatzes für Unternehmen unter €40,000 mit bis zu 5 Arbeitnehmern, ersetzt Einkommensteuer und Sozialabgaben.
- Ungarn — KIVA: eine optionale 10%ige Kleinunternehmersteuer, die die Körperschaftsteuer und die 13%igen Sozialabgaben ersetzt.[3][4]
Der Haken
Die Beschäftigungsvoraussetzung stellt einen echten Kostenfaktor dar — in Rumänien fallen 35% Sozialabgaben auf Arbeitnehmerseite an, sodass die „kostenlose“ Regelung mit einer Gehaltsabrechnung beginnt. Die Obergrenze von €100,000 ist strikt: Wird sie überschritten, wechselt das Unternehmen noch im selben Quartal zur 16%igen Gewinnsteuer. Dividenden kosten nun 16%, und oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen kann zusätzlich ein Krankenversicherungsbeitrag anfallen. Für Ausländer gilt die übliche Einschränkung: Die Regelung ist für ein tatsächlich aus Rumänien heraus geführtes Unternehmen gedacht, und eine Führung aus dem Ausland bringt die Frage der steuerlichen Ansässigkeit ins Spiel.[1][2]
Häufig gestellte Fragen
Wer qualifiziert sich für Rumäniens 1%ige Steuer für Kleinstunternehmen?
Ein rumänisches Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu €100,000, mindestens einem Arbeitnehmer und einer Tätigkeit außerhalb der ausgeschlossenen Sektoren (Banken, Versicherungen, Kapitalmärkte, Glücksspiel, Öl & Gas). Oberhalb der Obergrenze zahlt es ab dem entsprechenden Quartal 16% Gewinnsteuer.
Was hat sich für 2026 geändert?
Die Obergrenze wurde von €250,000 auf €100,000 gesenkt, die 3%-Stufe wurde abgeschafft, branchenspezifische Tarifeinschränkungen wurden aufgehoben und die Dividendensteuer stieg von 10% auf 16%.
Ist 1% des Umsatzes immer günstiger als die Gewinnsteuer?
Nein — sie schlägt die 16%ige Gewinnsteuer immer dann, wenn die Gewinnmarge etwa 6.25% des Umsatzes übersteigt. Darunter und in Verlustjahren kostet die umsatzbasierte Steuer mehr.
Grenzüberschreitende steuerliche Folgen hängen von der steuerlichen Ansässigkeit, der Hinzurechnungsbesteuerung (CFC-Regeln) und der tatsächlichen wirtschaftlichen Substanz ab — eine reine Papierstruktur reicht nicht aus. Siehe den untenstehenden Haftungsausschluss.
Quellen
Im gesamten Artikel zitierte nummerierte Verweise. Gesetze verlinken auf konsolidierte Texte im amtlichen Register.